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Streuobst

Mit ihrem Artenreichtum sind Streuobstwiesen ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Ihre besonderen Strukturen zu bewahren, die Lebensraum für über 5.000 Pflanzen und Tiere sind, ist ein wichtiger Teil der Arbeit des LEVs. Hierzu finden sich im gesamten Landkreis unterschiedlichste Projekte, die alle dem Erhalt und der Wiederbelebung unserer Streuobstwiesen zugutekommen.

Ansprechpartner:

Stefan Walther
E-Mail: walther(at)lev-sbk.de
Telefon: 0771 92 91 85 07
Mobil: 0160 43 10 83 1

Das „Streuobst-Schätzle“

Eines dieser Projekte ist unser „Streuobst-Schätzle“ – eine regionale, nachhaltige Saftschorle von heimischen Streuobstwiesen:
Seit 2017 war der LEV mit Landrat Sven Hinterseh und dem Bad Dürrheimer Mineralbrunnen im Gespräch, bis schließlich 2020 die erste Auflage der Schorle in den Getränkemärkten zu finden war.

Der LEV übernahm dabei die Auswahl der Streuobstwiesen nach naturschutzfachlichen Kriterien: Stammhöhe mind. 1,60 – 1,80m, extensive Bewirtschaftung, keine chemischen Pflanzenschutzmittel und keine mineralische Düngung. Von den geeigneten Flächen kamen insgesamt über 36 Tonnen Äpfel zusammen. Ohne die Hilfe der Bevölkerung wäre so eine Menge nicht zu stemmen gewesen, die 600 Bäume zu beernten. Nach der Ernte wurden die Äpfel zur Mosterei Grüninger in Ewattingen gefahren, wo die Saftgewinnung stattfindet. Von hier aus kam der reine Apfelsaft zum Mineralbrunnen Bad Dürrheimer, der das fertige Produkt herstellt: das Streuobst-Schätzle. Für jeden erbrachten Doppelzentner (100kg) zahlt Mineralbrunnen Bad Dürrheimer einen Aufpreis zum regulären Marktpreis, sodass 20 Euro/100kg für Streuobstäpfel gezahlt werden.
Pro Flaschen werden beim Kauf 0,10 Cent für Naturschutzprojekte gespendet.
Die erste Auflage war schon im April 2021 ausverkauft und bei der hohen Nachfrage wird künftig über eine größere Produktion nachgedacht.

Sie wollen auch beim Streuobst-Schätzle mitwirken – ob mit einer eigenen Wiese oder bei der Beerntung? Dann kontaktieren Sie uns gerne!

 

Impressionen vom Streuobstschätzle 2020

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Pflege und Beratung

Damit Streuobstwiesen einen wertvollen Lebensraum für die heimische Fauna und Flora darstellen können, müssen Sie regelmäßig gepflegt werden. Neben Baumschnitten und einer extensiven Bewirtschaftung, gibt es auch andere Aspekte, die berücksichtigt werden sollten – und bei denen wir gerne beratend zur Seite stehen.

Gerade bei Neupflanzungen ist der Schutz der jungen Bäume nicht zu vernachlässigen. Neben Verbissschutz gegen Großtiere und Wühlmäuse sind auch Holzpfähle zur Stabilisierung ein wichtiger Bestandteil in den ersten Jahren.

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Mit der Nistkasteninitiative werden Höhlenbrüter wie der Halsbandschnäpper oder der Gartenrotschwanz gefördert. Diese Arten, aber auch Spechte, die ihre Höhlen selbst in älteren Bäumen zimmern, nutzen hochstämmige Bäume für ihre Nistplatzwahl. Dadurch haben diese Bäume eine hohe naturschutzfachliche Relevanz.
Der Schwarzwald-Baar-Kreis ist mit seinem kühleren Klima nicht unbedingt ein typisches Streuobstgebiet, doch haben sich genau aus diesem Grund hier besonders resistente Arten entwickelt. Von Spezialisten (sogenannten Pomologen) werden diese Arten bestimmt, damit wir sie in unsere Sortenliste aufnehmen könne. Durch diese Bäume gewinnen die Streuobstwiesen an Vielfalt, alte Sorten werden vom Aussterben gerettet und mit ihrer Resistenz sind sie weniger anfällig für Krankheiten oder widrige Wetterbedingungen.

Sie wollen eine Streuobstwiese neu anlegen oder eine alte Wiese neu aufleben lassen? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Netzwerk Streuobstwiesenschutz

Seit 2018 gibt es ein Netzwerk, das interessierte und engagierte Akteure und Akteurinnen im Streuobstwiesenschutz an einem Tisch bringt. Dabei stehen neue Ideen und Projekte im Vordergrund, aber auch Schwierigkeiten, die mit dem Verlust und Erhalt von Streuobstwiesen einhergehen. Ziel ist es, die vorhandenen Flächen zu pflegen und zu erhalten und neue Wiesen zu fördern. 

In regelmäßigen Arbeitstreffen wird sich fachlich ausgetauscht und es werden zum Beispiel Vermarktungsideen gesammelt und Angebote für Baumschnitte besprochen. Das Netzwerk besteht mittlerweile aus mehr als 30 Teilnehmern, zu denen unter anderem Akteure aus unterschiedlichen Behörden zählen, sowie das Umweltbüro, die Hochschule wie auch Mosterei- und Streuobstwiesenbesitzende selbst.